| neue deutsche Literatur | |
| herausgegeben von Alexander Fuchs | nightletter@web.de |
| Mary Walden | |
| Nach der Wende | |
| . 01 . 02 . 03 . 04 . 05 . 06 . 07 . 08 . 09 . 10 . | |
| der Roman : auf einer Seite | oder als PDF |
| Dr. Karl May gewidmet |
|
Gegen drei am Nachmittag klingelte es an der Wohnungstür, und da standen Janette und die Kleine, die das bunte Köfferchen in der Hand hielt, und Gerhard Ziegler wusste schon, was Janette will.
"Ist mir wirklich peinlich, Gerd", sagte sie mit bittender Stimme, die, wie immer in diesem Fall, auch ein wenig schmeichelnd klang, "können Sie vielleicht noch einmal auf Mandy aufpassen? Nur bis heute abend." "Meinetwegen", brummte er, "komm' rein, mein Spatz." Und er ließ sie unterm Arm, mit dem er der Tür einen Stupser gab, durchschlüpfen. Mandy marschierte wortlos, auch wie immer, ins Wohnzimmer. "Ich danke Ihnen tausendmal, Gerd. Sie hat ihre Spielsachen in dem Koffer." "Hab' ich mir gedacht." (Sie kam jedesmal mit dem Köfferchen.) "Ach, und geben Sie ihr kein Bier zu trinken", lachte Janette, schon halb auf der Treppe, und machte eine Kopfbewegung auf seine rechte Hand. Er hatte es nicht für nötig gehalten, die Flasche abzusetzen. "Ist schon gut." Dann ging er doch zuerst in die Küche und stellte die Flasche neben die Spüle. Mandy hatte sich auf die Kante von der Couch gesetzt und das Köfferchen auf dem niedrigen Glastisch vor sich aufgeklappt. Sie nahm eins von den Bilderbüchern heraus, die alle von einem kleinen Hund namens "Romero" handeln, dieses hatte den Titel "Romero hat Geburtstag". "Buch angucken", sagte Mandy und hielt es ihm hin. Um halb acht legte er Mandy ins Bett, wo sie plötzlich anfing, Lieder zu summen, dann aber bald einschlief. Das Ehebett war viel zu groß. Gerhard hatte zum Abendbrot für jeden ein Paar Wiener Würstchen heiß gemacht, glücklicherweise hatte er immer irgendeine Konserve im Vorrat. Als Mandy eingeschlafen war, ging er in die Küche, machte sich eine weitere Flasche Bier auf und aß, mit dem Hintern an die Spüle gelehnt, im Stehen die restlichen Wiener. Dann hörte er Stimmen im Treppenhaus, die von Janette und eine männliche, sie waren beide angeheitert, sie verschwanden lachend in Janettes Wohnung.
* * * * *
Oberleutnant Gerhard Ziegler war Mitarbeiter der Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik gewesen, die kurz DDR genannt und auch, niemals allerdings im eigenen Land, während der vierzig Jahre, die sie existierte, als Ostdeutschland bezeichnet wurde. Ziegler war fünfundvierzig zu dem Zeitpunkt, als die DDR in der Abfallgrube der Geschichte unterging, eine Abfallgrube, die unermesslich groß und tief ist und in der ganze Reiche und Völker und mit ihnen zahllose wohldurchdachte Utopien von einem glücklicheren Zusammenleben der Menschen unwiederbringlich versunken sind. Oberleutnant Gerhard Ziegler war mittelgroß von Gestalt, in seiner Jugend hatte er bei der Sportgemeinschaft Dresden Johannstadt Leichtathletik trainiert, vorwiegend Weitsprung und Hundert Meter Lauf. Jetzt hatte er einen deutlichen Bauch (aber keine "Wampe"), und beim Fußballspiel, das unter Kollegen von Zeit zu Zeit veranstaltet wurde, musste er zwischendurch immer wieder verschnaufen, weil ihm die Puste ausging. Äußerlich sah er eher jünger aus, er hatte volles, dunkelblondes, links gescheiteltes Haar, kaum ein Fältchen um die Augen und sehr gepflegte Hände, die allerdings (sein Vater war Maschinenschlosser gewesen) etwas klobig waren. Wenn er, zum Beispiel bei einer Geburtstagsfeier, anderen Personen Kaffee in die dargereichte Tasse einschenken sollte, oder wenn er in einem Restaurant den Suppenlöffel zum Mund führte, begann er zu zittern, er konnte sich darauf einstellen, es geschah immer im selben Moment. Das war umso unbegreiflicher, als er im Grunde ein gesundes Selbstvertrauen besaß und die Dinge ganz spontan immer dort anpackte, wo man sie im Griff hatte. Er war auch, konnte man mit Fug und Recht behaupten, überdurchschnittlich intelligent, jedoch vermochte er technische Zusammenhänge immer besser zu durchschauen als zwischenmenschliche, wo es ihm, wie er sich selbst eingestehen musste, mitunter schwerfiel, einschätzen zu können, ob jemand die Wahrheit sagte oder nicht. Aber wer vermag dies immer zweifelsfrei festzustellen? Oberleutnant Ziegler hatte seit seinem Eintritt in die Nationale Volksarmee (im Wachregiment Dzierzynski, einer Art Elite Einheit) und während seiner späteren beruflichen Karriere bei der Stasi, wie die Organe der Staatssicherheit, von denen es eine Unmenge Abteilungen gab, gemeinhin genannt wurden, seinen Dienst stets mit hoher persönlicher Einsatzbereitschaft und mit großem Pflichtgefühl gegenüber seinem sozialistischen Vaterland versehen, was ihm mehrfach gedankt worden war, unter anderem durch diverse Orden und Auszeichnungen, worunter ihm am liebsten eine Uhr aus der Glashütter Manufaktur war, auf deren Deckel eine Widmung "Für besondere Verdienste bei der Erfüllung des sozialistischen Kampfauftrages" eingraviert war. Er bekam sie anlässlich der Feierlichkeiten zum 30. Jahrestag der Gründung der DDR in Berlin vom Minister persönlich überreicht, der ihm dabei kameradschaftlich auf die Schulter klopfte und sagte "Immer wachsam bleiben, Genosse Ziegler! Damit ich mich auch in Zukunft auf unsern Posten im schönen Elbflorenz verlassen kann." Die Veranstaltung war beeindruckend, und Lothar Michailek, sein Kollege, der ebenfalls ausgezeichnet worden war, sprach von einem erhebenden Augenblick. Es gab ein Buffet, wie es keiner von ihnen jemals zuvor gesehen, geschweige denn, sich daran bedient hatte. Er brauchte lange, um hinterher Monika, seiner Frau, alles aufzählen zu können, was da auf der üppigen Tafel prangte, und manches davon, vor allem bei den exotischen Früchten, konnte er nur äußerlich beschreiben, denn er wusste gar nicht genau zu sagen, woher es stammt und worum es sich handelt.
* * * * *
Gegen halb zehn, er hatte das dritte oder vierte Bier vor sich auf dem Küchentisch stehen, klopfte es, und er wusste, daß es Janette ist. Er ging, diesmal ohne Bierflasche, zur Tür und machte auf. "Hallo Gerd, kann ich reinkommen?" "Klar." Er ging vor ihr her ins Wohnzimmer. "Die Kleine schläft." "Oh, das ist gut. Tut mir leid, ich konnte nicht eher kommen." Sie sah ein bisschen durcheinander aus. "Ist schon in Ordnung." "Haben Sie was zu trinken da? Aber kein Bier." "Einen Johnnie Walker kann ich Ihnen anbieten." "Das ist dieser Whisky?" "Ja." "Och nee, das ist nichts für mich. So'n teures Zeug trinken Sie?" "Ist aus der Tschechei, vom Fidschi Markt." "Fahren Sie da öfter hin?" "Manchmal." "Kann ich doch'n Bier haben?" "Klar. Macht's Ihnen was aus, wenn wir uns in die Küche setzen?" "Nein, gar nicht." Sie setzte sich hin, ließ den Latschen vom rechten Fuß fallen und zog das Bein hoch auf den Stuhl, dann schüttelte sie ihre langen dunklen Haare und fuhr mit der Hand darin herum, als sollten sie sich dadurch vermehren. "Darf ich rauchen?" Sie nahm den Fuß wieder vom Stuhl, streckte die Beine und angelte aus der Tasche ihrer ziemlich engen Hose ein schmales Etui. "Nichts dagegen, aber ich hab' keinen ... warten Sie ..." Er holte aus dem Schrank über der Spüle eine Untertasse. "Nehmen Sie die." "Danke." Mit der Zigarette zwischen den Lippen fragte sie lachend "Ach, Gerd, ich bin unmöglich, haben Sie auch noch Feuer?" "Natürlich." Er zog eine Schublade auf und gab ihr daraus ein Feuerzeug. Sie zündete sich die Zigarette an, nahm einen hastigen Zug, blies den Rauch hörbar nach oben aus und legte das Feuerzeug auf ihr Etui. "Wissen Sie, was ich mich schon die ganze Zeit über frage, Gerd?" "Nein. Was?" "Warum wir uns nicht einfach duzen." "Ja, da spricht eigentlich nichts dagegen." Sie nahm einen tiefen Zug und dann knipste sie mit ihren langen, bemalten Fingernägeln. "Es spricht doch eigentlich nichts dagegen, oder?" "Nein. Ich heiße Gerhard, also Gerd." Sie hob ihre Bierflasche zum Anstoßen. "Janette." Das Glas schlug tonlos gegeneinander. "Oh Gott", sagte sie und drehte sich um, "hoffentlich wecken wir Mandy nicht mit unserm dussligen Gequatsche." "Ich hab' die Tür angelehnt." "Das ist gut, mach' ich auch immer, wenn sie schläft." Dann schien sie zu überlegen. "Schläft sie jetzt in Ihrem ... ich meine, in deinem Bett?" "Ich hab' doch das Ehebett noch." "Ach so, na klar. Ich bin blöd." Sie drückte die Zigarette aus, und nach einer Weile rauchte sie die nächste. "Eine schicke Uhr hast du", sagte sie. "Ach komm, Janette, die kennst du doch schon." "Trotzdem ist sie schick." "Hab' ich verliehen bekommen." "Geliehen? Ich denke, die haben sie dir geschenkt." "Verliehen sag' ich, so wie Ordensverleihung." "Ja genau. Da steht auch was hinten drauf, stimmt's?" "Ja." "Sowas wie: Damit du immer an uns denkst?" Er machte das Armband auf und gab ihr die Uhr. Sie versuchte, die Gravur zu entziffern, dann wog sie sie in der Hand. "Ganz schön schwer." "Es ist eine Halbautomatik, da ist ein Schwungrad drin." Janette musste lachen. "Habt ihr sowas früher gebraucht?"
* * * * *
Wenn Gerhard Ziegler zurückschaute in Gedanken, so hatten den stärksten Eindruck in ihm der Tag und die Stunde seiner Vereidigung als Soldat der Nationalen Volksarmee hinterlassen, und die unvergessliche Zeremonie am Treptower Ehrenmal für die Opfer des Krieges und des Faschismus war durch kein anderes erhebendes Ereignis und Erlebnis übertroffen worden, jedenfalls nicht bis heute. Er hat später einmal bei einer Veranstaltung mit Jugendlichen in der Erich Weinert Schule in Dresden Mitte bekannt, dieser kalte, aber sonnenklare Novembertag des Jahres 1965 habe in ihm die feste Überzeugung reifen lassen, von nun an sein Leben und seinen Dienst dem Aufbau des Sozialismus zu widmen, und er könne ihnen, den Schülern der POS Erich Weinert nur dringend raten, daß sich "jeder von euch möglichst bald über seinen Platz in unserer Gesellschaft bewusst wird, und daß die Jungs auch bereit sind, durch ihren Ehrendienst bei der NVA einen Beitrag zur Stärkung und zur jederzeitigen Verteidigung unserer Republik gegen alle Angriffe des Imperialismus zu leisten. Denn ...", so hatte Ziegler mit einem gutgemeinten, aber entschiedenen Schmunzeln hinzugefügt, "... ihr wisst ja, was am Hochhaus am Pirnaischen Platz in großen Lettern steht: Der Sozialismus siegt. Aber er siegt nicht von allein, sondern wir alle müssen ihn zum Sieg führen." Am Ende dieser Veranstaltung bedankte sich, im Namen der Klasse, eine Schülerin in Jeans und FDJ Hemd für den interessanten Vortrag und überreichte ihm einen Strauß Astern, der sich zu Hause in der Vase fast zwei Wochen hielt. Seine eigene "Feuerprobe", wie er es nannte, hatte der junge Leutnant Ziegler 1968 in der Tschechoslowakei bestanden, als er an der Seite der sowjetischen Streitkräfte in Prag die Konterrevolution niederschlug, die von westlichen Ideologen "Prager Frühling" genannt wurde, eine Bezeichnung, die, wie er es ausdrückte: mit wohlklingenden Worten die brutale Fratze des Imperialismus schönmalen sollte; denn daß jene Unruhen vom Westen eingefädelt und angeheizt wurden, daran bestand für ihn kein Zweifel. Persönlich ging es für Gerhard Ziegler in dieser Zeit nur bergauf in dem Sinne, daß sein Leben auf ein immer höheres materielles und geistiges Niveau angehoben wurde, ganz so, als würde sich die Theorie des Marxismus Leninismus, wie sie in den Büchern der Klassiker stand, bewahrheiten. Und später, eigentlich lange schon vor der sogenannten Wende, sagte er manchmal zu sich selbst, die siebziger Jahre seien vielleicht seine besten gewesen. Mit seiner Frau Monika und der fünfjährigen Tochter Kathrin bezog er eine Neubauwohnung in Dresden Prohlis, einem Stadtviertel, das vollkommen aus dem Erdboden gestampft wurde und für lange Zeit als Muster für den Wohnungsbau in der neuen Gesellschaftsordnung der Menschheit galt. Drei Zimmer (Küche und Bad nicht mitgezählt), Balkon und Keller, warmes Wasser und Fernheizung, das alles für 56 Mark Miete im Monat, wer hätte das nicht zu schätzen gewusst! Dazu ein Kindergartenplatz für Kathrin, nur ein paar Schritte entfernt von der Schule, in der Monika als Unterstufenlehrerin arbeitete. Er selber musste allerdings tagtäglich über die Elbe hinüber auf die Bautzener zur Dienststelle, was aber insofern ein leichtes war, als er einen Dienstwagen, einen Wartburg Tourist fuhr, den er natürlich auch zu privaten Zwecken nutzen durfte. Übrigens wussten einige seiner Nachbarn, daß er in der Stasi Zentrale tätig war, die meisten aber nicht, jedenfalls nahm er das an. Wie ja überhaupt sehr viele Städter nur geringe Ahnung von dem weiträumigen Komplex dort am Elbuferhang hatten; und das war auch gut so.
* * * * *
"So ein Arsch", fauchte Janette und zündete sich die nächste Zigarette an. "Hast du vielleicht noch'n Bier für mich." "Eine Flasche ist noch da." "Wollen wir uns die teilen? Ich bring' dir morgen zwei neue." Er stellte ihr ein Bierglas mit einem Brauerei Emblem hin und schenkte ein. "Danke, Gerd." "Wen meinst du?" "Was?" "Wer ist ein Arsch?" "Der Kerl, der vorhin da war." "Ich dachte, ihr hattet Spaß miteinander." "Ja, aber darum geht's doch gar nicht! Das ist es ja grade: die wollen alle immer nur poppen ..." "Was?" "Poppen, hier, das hier! Mensch Gerd, jetzt sag' mir nicht, du weißt nicht, wovon ich rede." "Ja, klar. Aber zu meiner Zeit haben wir's anders genannt." "Schon möglich, aber bestimmt nicht anders gemacht!" "Meine Frau hat mich jedenfalls nie einen Arsch genannt." Janette stieß einen kurzen Lacher aus, es klang ein bisschen beleidigt. "Vielleicht solltest du dich auch erstmal mehr um die Kleine kümmern, bevor du ..." "Was soll das denn heißen?" fuhr sie auf. "Nur, weil ich jetzt bei dir 'n Bier schlauche ... und außerdem: du bist ja auch nicht der Allerbeste, was Kindererziehung angeht, oder?" Gerhard schluckte, Janette sah, daß es ihn tief getroffen hatte. "Tut mir leid, Gerd, ich hab's nicht so gemeint, okay?" Sie legte ihre Hand auf seine, er sah ihre Fingernägel mit den winzigen goldenen Sternchen auf blauem Untergrund. "Ist schon gut." Sie schwiegen eine Weile, dann sagte er "Vielleicht ziehe ich bald hier aus." "Was? Aber wieso denn?" "Ist zu groß hier für mich, kann ich jetzt nicht mehr halten, verstehst du." Sie schaute sich um. "Och nee, Gerd, das kannst du doch nicht machen. Kannst mich doch nicht allein lassen, ich kenn' doch hier niemand!" "Jetzt jammer' nicht rum. Wenn es nun mal so ist." "Wie groß ist die Wohnung eigentlich? Ich meine so größenmäßig." Er sagte es ihr. "Und wieviel bezahlst du jetzt?" Er nannte ihr die Summe. Janette sagte "Ich hab' gehört, bei denen, die neu hier einziehn, berechnen sie dreißig Prozent mehr bei manchen." "Dreißig Prozent wovon?" "Na von der normalen Miete, was weiß ich, jedenfalls zahlen manche doppelt so viel, seitdem die Stadt die Wohnungen privat verkauft hat." "Das ist sicher auch noch nicht das Ende der Fahnenstange." "Welche Fahnenstange?" "Das wird auch künftig noch ansteigen." Sie überlegte, dann sagte sie "Wenn jetzt mal angenommen jemand von einer Wohnung in eine andere zieht, also im Haus selber, könnten die dann bei dem auch das Doppelte verlangen?" "Du meinst, wenn du meine Wohnung übernimmst?" "Nur mal angenommen, ich meine, falls du wirklich ausziehst." Gerhard zuckte mit den Schultern. "Wenn du ihnen meinen Mietvertrag unter die Nase hälst, dann können die nicht einfach x-beliebig mehr verlangen." "Würdest'e das machen?" "Was?" "Daß ich denen deinen Mietvertrag unter die Nase ..." Draußen hupte es plötzlich mehrmals. "Wer ist das denn?" rief Janette und sprang auf. "Kann ich mal bei dir aus'm Fenster gucken?" "Ja klar, aber fall' nicht raus." Es hörte nicht auf zu hupen. Sie zog die Gardine beiseite und öffnete das Fenster. "Ach du Scheiße. Was soll das, du Idiot! Du weckst alle Leute auf!" Von unten rief ihr eine Männerstimme etwas zu. "Ja", rief Janette zurück, "aber hör mit dem verdammten Gehupe auf!" Der Mann gehorchte. Sie schloss das Fenster und zog die Gardine wieder vor. "Weißt du Gerd, ich wollte dich vorhin schon fragen, ob es nicht besser wäre, wenn wir Mandy heute ausnahmsweise hier schlafen lassen. Wenn ich sie jetzt wecke, dann ..." "Ja, ja, ist schon gut." Sie gab ihm einen Schmatzer auf die Wange. "Bist'n echt feiner Nachbar!" Man hörte in ihrer Wohnung die Klingel Sturm läuten. "Oh, der ist sowas von aufdringlich." "Ist das der von vorhin?" Sie antwortete nicht, schob die Zigaretten und das Feuerzeug in die Hosentasche und eilte zur Tür. "Hat wohl was gutzumachen", sagte sie noch.
* * * * *
Obwohl sich Oberleutnant Gerhard Ziegler wie schon gesagt bei seiner Arbeit durch bemerkenswerten Eifer und auch durch Gründlichkeit über Jahre hinweg Anerkennung und Achtung erworben hatte, und obwohl ihm sein Chef, der Generalmajor B., jene "tschekistische Tapferkeit" bescheinigte, welche der Minister von seinen Kämpfern forderte; obwohl er also aus mehreren guten Gründen längst dafür in Frage kam, zögerte sich seine Beförderung zum Hauptmann immer wieder hinaus. Als der Straftatbestand "illegale Verbindungsaufnahme" und die "staatsfeindliche Hetze" im Strafgesetzbuch festgeschrieben wurden, entwickelte der Oberleutnant sogar ein besonderes Gespür für die Erkennung und Verfolgung von Verdächtigen, ganz so, als wären dem "Soldat" Ziegler zwei höchst wirksame Waffen in die Hand gegeben worden, mit denen er Jagd auf die Feinde des sozialistischen Staates machen und sie früher oder später zur Strecke bringen konnte. Er meinte, diese Paragraphen seien längst überfällig gewesen und würden endlich eine gravierende Lücke im Gesetz schließen . Er legte jede Menge OPK's, Operative Personen Kontrollen an, die im Idealfall eine minutiöse Überwachung der Betroffenen beinhaltete, zusammengetragen von den jeweiligen IM's, den Inoffiziellen Mitarbeitern, und durch ihn selbst in eine aussagekräftige Struktur gebracht, die bestenfalls in eine wasserdichte Beweisführung mündete. Jede OPK bekam einen Decknamen, den sich Gerhard Ziegler selbst ausdachte, wobei er Wert darauf legte, daß bei aller Tarnung doch ein gewisser Sinnzusammenhang gewahrt wurde (was zudem den Überblick erleichterte). So hatte die OPK eines Facharbeiters im Fotoapparate Werk den Namen "Blende". Ein Jugendlicher, der gerade sein Abitur hinter sich hatte und nun den Ehrendienst bei der NVA verweigerte, wurde unter "Pazifist" geführt; ein Mädchen, ungefähr im gleichen Alter, die unter dem Verdacht stand, einer Sekte anzugehören, hieß "Gruft". Ein Ingenieur im Institut für Kernforschung (ein äußerst brisantes Objekt!) war der "Einstein"; ein Mitarbeiter der Kommunalen Wohnungsverwaltung bekam die Bezeichnung "Hausmeister", und eine Friseuse, die einen Brief an den Staatsratsvorsitzenden geschrieben hatte, weil ihr Ausreiseantrag abgelehnt worden war, lief unter "Perücke". Was die IM's anbetraf, so konnte sich grundsätzlich jeder seinen Decknamen selbst wählen (das entsprach einer Weisung, derzufolge die Psychologen im Ministerium davon ausgingen, es würde das Selbstwertgefühl des Inoffiziellen Mitarbeiters heben). Die meisten wählten einfache Vor- und Zunamen, einige Tiernamen (die freilich - wie zum Beispiel "Fuchs" - nicht mehrfach vergeben werden konnten), manche auch Bezeichnungen aus der Natur wie zum Beispiel "Rakete" oder "Turmalin". In vielen Fällen übernahm Gerhard Ziegler selbst die Führung der IM's, was zeitweise viele Überstunden mehr bedeutete; aber er tat es gern, und es gab nicht einen einzigen Vorgang, dem er überdrüssig geworden wäre, und sei er noch so kräftezehrend gewesen. Die IM's waren natürlich von unterschiedlicher Qualität. Es gab welche, die voll bei der Sache waren, sich sehr engagierten; es war ihm mehrmals vorgekommen, daß einer sich nach der Möglichkeit erkundigte, hauptberuflich in den Dienst des Ministeriums für Staatssicherheit übernommen zu werden, was allerdings ohne entsprechende Ausbildung nicht möglich war. Gerhard Ziegler musste sich öfter etwas einfallen lassen, um diese Leute weiter zu motivieren. Aber es gab auch solche, die ihrer Verpflichtung (für die jeder immerhin mit seiner Unterschrift einstand) nur sporadisch oder in einer Weise nachkamen, daß man nicht nur keinen Nutzen daraus ziehen konnte, sondern sogar aufpassen musste, daß sie keinen Schaden anrichten. Ein IM im sogenannten Friedensdienst hatte die Taktik entwickelt, seine "Mitstreiter" einzeln ins Café oder in die Kneipe einzuladen und sie dort über ihre Meinung zu diesen und jenen politischen Fragen auszuhorchen. Er war sogar so dumm, sich dabei Notizen zu machen. Er sagte, er würde eine geheime Umfrage für den "Spiegel" machen. Und es gab leider auch Fälle in seiner Laufbahn, wo sich jemand für besonders schlau hielt, den Kontakt zum MfS suchte, sich nach einem vertrauensvollen Gespräch anwerben ließ und verpflichtete, um daraufhin sich selbst aufzudecken und die ganze Angelegenheit publik zu machen. Diese "Vögel", wie Gerhard Ziegler sie nannte, wurden aber sehr schnell eingefangen und dorthin gebracht, wo sie hingehörten: in einen Käfig! Wenn in der OPK genügend Beweismaterial zusammengetragen worden war, wurde zugeschlagen und die Person verhaftet. An solchen Verhaftungen oder genauer gesagt: Zuführungen war er nur drei oder viermal beteiligt, als gerade Not am Mann war, eigentlich lag das nicht in seinem Aufgabenbereich. Und es war, daran kann er sich jetzt noch gut erinnern, auch irgendwie unangenehm, in die Privatsphäre eines solchen Menschen zu geraten. Jemanden auf der Straße oder in einem öffentlichen Gebäude festzunehmen, das machte ihm nichts aus. Aber die Wohnung so eines Individuums zu betreten, davor schreckte er beinahe zurück. Auch die Aktion gegen die Demonstranten im Hauptbahnhof in den letzten Tagen der Republik war für ihn schon wie ein Alptraum. Sein Platz war hinter dem Schreibtisch in der Bezirkszentrale, und wäre er nicht Mitarbeiter der Staatssicherheit geworden, dann am liebsten Betriebsdirektor im eigenen Büro. Es gab auch OPK's, die schon prall gefüllt waren mit Informanten Berichten, und trotzdem reichte das alles nicht aus, um die betreffende Person am Schlafittchen zu kriegen. Es war wie verhext, und Lothar Michailek sagte einmal bei einem solchen Fall, da hätte uns der Klassenfeind einen Teufel reingesteckt, der uns an der Nase rumführen soll. Aber unsere Erfolgsquote war auch ungeachtet solcher Luschen ganz ordentlich, dachte Gerhard Ziegler. Und wenn das Bürschchen erstmal in der Bautzener Straße gelandet war, gab's kein Entrinnen mehr. Dann hieß es: Raus aus den Klamotten und rein in die gute Stube! Die meisten, und selbst jene, die kurz zuvor noch die große Klappe riskiert hatten, waren auf einmal mucksmäuschenstill, wenn sie so vollkommen nackt dastanden, da kommt sich einer ziemlich hilflos vor. Freilich war das beabsichtigt, aber es half in fast allen Fällen, jeglichen Widerstand zu brechen und den Delinquenten gefügig zu machen, und dafür war er ja hier. Einmal, so erinnerte sich Gerhard Ziegler (und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen), war ein junger Mann zugeführt worden wegen asozialen Verhaltens und Erregung von öffentlichem Ärgernis. Genauer gesagt war das so einer, der zu gern in Frauensachen schlüpft und damit posiert. Der war mit Ballkleid und Perücke, im Gesicht einen ganzen Schminkkasten verschmiert, zur Ersten Mai Kundgebung erschienen und wollte so, in voller Montur, vor Hans Modrow und der versammelten SED Bezirksleitung vorbeimarschieren mit einem selbstgemalten Plakat, auf dem stand "Arbeitsrecht für Transvestiten", was natürlich als politische Provokation eingestuft werden musste. Als er in U-Haft kam und sich als erstes ausziehen sollte, tat er das gar nicht widerwillig, aber wahrscheinlich war er doch raffiniert genug, um sich für seine Verhaftung rächen zu wollen. Wie er soweit war, da biss er sich plötzlich so heftig in den Finger, daß das Blut tropfte und rief "Ich bekenne, ich habe Aids!" Keiner wusste in dem Moment, was er meint. Dazu muss man sagen, daß dies in der Zeit passierte, als Aids nach und nach zu einem Thema wurde und man anfing darüber zu diskutieren, ob und wie man sich damit anstecken könnte. Und dieser klapperdürre Homo - oder was er nun in Wirklichkeit war - glaubte offenbar, Aids kann durch Blut übertragen werden, was ja inzwischen auch allgemeingültig ist. Aber hier war man bis dahin nicht damit konfrontiert worden, hatte keine entsprechende Anweisung dafür und so weiter. Kurz und gut, der diensthabende Leiter der Bezirkszentrale entschied, Berlin anzurufen, den Vorgang zu schildern und zu fragen, was zu unternehmen sei. In Berlin schickten sie ihn am Telefon auch von Hinz zu Kunz, während unsere "Madame" langsam eine Gänsehaut nach der andern bekam, bis schließlich einer vom Medizinischen Dienst dazukam und ihm kurzentschlossen eine Decke über die Schultern warf, ihm ein Verbandspäckchen in die Hand drückte und sagte, er soll sich schleunigst den Finger verbinden, falls er nicht verbluten will. Er tat es, und er brach dabei in Tränen aus, was - Gerhard Ziegler konnte es beim besten Willen nicht verhehlen - so furchtbar komisch aussah, daß sich alle wegdrehen mussten, um sich nicht kaputtzulachen. Gott sei Dank kam der Diensthabende zurück und sagte, Berlin meint, wir sollen mit dem Untersuchungshäftling wie gewohnt verfahren. Und als er ihn so sah, vergewisserte er sich, ob er im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte sei. Dem Ärmsten war der Spaß vergangen, er sagte bloß kleinlaut "Ich möchte mit meiner Mutter sprechen, wenn das erlaubt ist." Gerhard Ziegler hätte die Geschichte zu gern seiner Frau Monika erzählt, aber wegen der Geheimhaltung durfte niemals etwas nach außen dringen. Manchmal wurden unter den Kollegen Wetten abgeschlossen, wie lange einer der Zugeführten bis zum Geständnis durchhält, oder anders gesagt: Wie lange brauchte ein Mitarbeiter, um seinen Schützling weichzukriegen. Das war natürlich verboten, und von den höheren Vorgesetzten erfuhr niemand davon. Gerhard Ziegler hat sich selbst an solchen Wetten nie beteiligt, obwohl er hätte mithalten können; er hatte auch erlebt, daß dabei tatsächlich mancher rote Schein den Besitzer wechselte. Ihm kam es immer darauf an, die Anklage hieb- und stichfest zu machen, damit der Täter dem zuständigen Gericht überantwortet werden kann. Er wollte sich nicht nachsagen lassen, er wäre bei den Ermittlungen voreilig oder unfachmännisch vorgegangen. Es war allemal besser, wenn der Untersuchungshäftling noch ein, zwei, auch drei Monate länger in Gewahrsam blieb, und in der Zeit die Beweislage restlos geklärt wurde, als daß etwa dann vor dem Gericht festgestellt werden musste, daß die Vergehen lediglich als Ordnungswidrigkeit eingestuft werden können oder gar nicht strafrelevant sind. Auch das hatte Gerhard Ziegler hinnehmen müssen, und er empfand es als persönliche Niederlage, zumal der Täter ihn dabei noch höhnisch angelacht hatte. Er war freilich als hauptamtlicher Mitarbeiter des MfS nicht der Staatsanwalt, der letztlich die Anklage formuliert. Aber durch seine Vorarbeit - und das wurde ihm von Seiten der Staatsanwaltschaft durchgängig bestätigt - wurde die Anklage unerschütterlich, ja, der Staatsanwalt W., mit dem er in vielen Fällen zusammenarbeitete, nannte diese Anklageschriften "erdrückend". Manche von den OPK's, die er bearbeitete, galten auch später noch als vorbildliches Beispiel und wurden bei der Schulung jüngerer Mitarbeiter verwendet. Es gab auch Fälle, die, er mochte nicht sagen, ihm ans Herz gewachsen waren, denn man könnte dann denken, er hätte sich davon in seiner Objektivität beeinflussen lassen. Aber sie gaben ihm, je mehr und länger er damit befasst war, das Gefühl, selbst genau an der richtigen Stelle in diesem Staat, auf dem richtigen Posten, wie der Minister sagte, zu stehen und für den Sozialismus zu kämpfen; und ohne überheblich zu werden, glaubte er, daß er, Gerhard Ziegler, diesen Posten besetzen kann wie kein anderer, daß er, wie durch den Hebel einer höheren Macht, auf diesen Posten berufen worden war. Das war sozusagen seine Bestimmung, und es hatte wohl seinen guten Grund, daß er eben kein Betriebsdirektor oder Ingenieur oder Lehrer geworden war.
* * * * *
Es gab da diesen Roland S., eigentlich ein intelligenter Bursche. (Merkwürdigerweise, dachte Gerhard Ziegler, sind es oft die Intelligenzler, die sich gegen den Staat richten, obwohl doch gerade sie in den vollen Genuss des sozialistischen Bildungssystems gekommen sind und sich eigentlich mit ganzer Kraft der Festigung des Staats und der Gestaltung der Gesellschaft widmen müssten.) Roland S. hat sich sogar ausdrücklich zum Sozialismus bekannt, hat ihn bei der Vernehmung eine humanistische Gesellschaftsordnung genannt. Aber da sollte man sich nicht täuschen lassen, dachte Ziegler. In ihrer Verblendung verstehen sie unter Sozialismus etwas ganz anderes als wir. Meistens sind diese Leute durch den Einfluss der westlichen Medien ideologisch manipuliert oder aber durch innerfamiliäre, kirchliche Erziehung von Anfang an in die Irre geführt worden. Roland S. hatte allerdings keine Beziehung zur Kirche, aber er hatte Westverwandtschaft, ein Onkel, Bruder seiner Mutter, lebte in Hamburg, er war dort angeblich am Kunstmuseum in leitender Funktion tätig. Roland S. fiel schon in der EOS (der Erweiterten Oberschule) durch provokatorische Bemerkungen bei Veranstaltungen und zu ähnlichen Anlässen auf. Er hatte auch einmal einen Schulappell durch Abspielen von lauter Rockmusik aus dem Kassettenrecorder gestört. Die Liste seiner Verstöße war lang für sein Alter. Er verpflichtete sich für drei Jahre Ehrendienst bei der NVA (Gerhard Ziegler war es unverständlich, wieso man dies überhaupt zugelassen hatte). Die Quittung kam postwendend. Noch an der Unteroffiziersschule wurde Roland S. wegen staatsfeindlicher Hetze nach Paragraph 106, und wegen Herabwürdigung staatlicher Organe und Persönlichkeiten nach Paragraph 220 zu acht Monaten Gefängnis verurteilt. Er studierte später in Karl-Marx-Stadt Elektronik und Elektrotechnik, brach das Studium aber nach mehr als der Hälfte ab und widmete sich, wie er selbst sagte, seiner künstlerischen Selbstverwirklichung. Was im Grunde bedeutete, daß er den lieben langen Tag faulenzte und des Nachts mit Gleichgesinnten in der Dresdner Neustadt wilde Orgien feierte. Man organisierte auch nichtgenehmigte Ausstellungen in leerstehenden Wohnungen und verfasste verworrene Pamphlete, die als "Programm" verbreitet wurden. In eine dieser Gruppen war ein IM eingeschleust worden, der regelmäßig über deren Aktivitäten berichtete. Es wurde für Roland S. ein Operativer Vorgang und eine OPK angelegt, mit dem Namen "Kirchner", denn Roland S. und andere beriefen sich bei ihren künstlerischen Machwerken auf den bürgerlichen Maler Ernst Ludwig Kirchner, der früher in Dresden lebte. Der IM "Kobold" gab an, daß es in dieser Gruppe oft heiße Diskussionen, auch zu politischen Themen, gab, daß es "hoch herging", daß sie sich meistens aber um künstlerische Fragen drehten. Irgendwann hatte Roland S. Kontakt zu einer ähnlichen Gruppierung in Westberlin aufgenommen, beziehungsweise, einer von denen hatte ihn bei einem Aufenthalt in Dresden besucht. Dieses Zusammentreffen konnte, weil es überraschend kam, nicht observiert und die Identität der anderen Person auch erst nach präziser Feinarbeit ermittelt werden. Roland S. hielt die Verbindung nach Westberlin weiterhin aufrecht. Man hätte ihn damals schon zumindest vorladen und dahingehend verwarnen können, daß er im Begriff ist, gegen die Gesetze der DDR zu verstoßen. Aber Gerhard Ziegler entschied, nach Absprache mit seinem Abteilungsleiter, gegen eine solche Maßnahme. Stattdessen war es zehnmal klüger, Roland S. und seine Beziehungen zu den Westberliner Bekannten nachrichtentechnisch abzuschöpfen und mit der Verhaftung solange zu warten, bis nicht nur er, sondern womöglich die ganze Neustädter Bande ausgehoben werden konnte. Er traf sich noch mehrmals mit dem Westberliner, aber es gelang dem IM "Kobold" leider nicht, mehr über den Inhalt ihrer Gespräche zu eruieren. Gleichzeitig überwarf sich Roland S. mit seinen Freunden in der Neustadt, "Kobold" gab an, es habe Meinungsverschiedenheiten gegeben und wohl auch Rangeleien wegen einer weiblichen Person, welche in den Interessenkonflikt geraten war.
|
| Seitenanfang | »»» weiter |
| alle Rechte bei Alexander Fuchs, Gotha | |